
Altes Foto: um 1900
Neues Foto: Februar 2008
Location: 1010 Heiligenkreuzerhof, Blick vom Eingang Grashofgasse Richtung Ausgang Schönlaterngasse
Der Heiligenkreuzerhof ist eines der größten und schönsten Innenhofensembles der Inneren Stadt, wenn nicht ganz Wiens. Der öffentlich zugängliche Hof liegt versteckt zwischen Köllnerhofgasse, Sonnenfelsgasse, Schönlaterngasse und Fleischmarkt. Zugänge befinden sich an der West- und Ostseite durch zwei Tore in der Grashofgasse (Sackgasse in der Köllnerhofgasse) und der Schönlaterngasse.
Der Hof ist bis zum heutigen Tag Eigentum des Zistenzienserstifts Heiligenkreuz im Wienerwald, seine wesentliche Bausubstanz geht auf die zweite Hälfte des 17. Jahrhunderts zurück, wobei der Hof durch eine spätere Aufstockung zum Mietshaus um 1770 sein heutiges Aussehen erhielt. Die Urform des 1242 erstmals urkundlich erwähnten Heiligenkreuzerhofs bestand wahrscheinlich schon seit dem 12. Jahrhundert, einige Kellergewölbe aus der Babenbergerzeit sind noch erhalten.
Auch wenn es in Wirklichkeit nicht ganz so krass aussieht, wie das aktuelle Foto denken lässt, wird die Schönheit des Hofes nach wie vor durch seine Nutzung als Anrainerparkplatz getrübt, wodurch auch die längst fußgängerzonenwürdige Schönlaterngasse als Zufahrtsweg beeinträchtigt ist. Einer der prominentesten Bewohner des Heiligenkreuzerhofs, der gewiss nicht mit dem Auto vorfuhr, war übrigens Helmut Qualtinger.

Altes Foto: 1922 oder früher
Neues Foto: Dezember 2007
Location: 1020 Praterstraße/Nestroyplatz, Blickrichtung stadteinwärts
Das Carltheater entstand 1847 anstelle des ehemaligen Leopoldstädter Theaters und war nach seinem Direktor Carl Carl benannt, der zuvor lange Zeit das Theater an der Wien leitete. Das Haus war das erste gemeinsame Werk von August Sicard von Sicardsburg und Eduard van der Nüll, den späteren Architekten der Staatsoper. Im Carltheater erlebten mehrere Stücke Johann Nestroys ihre Uraufführung; Nestroy wirkte von 1854-1860 hier auch selbst als Direktor. Aus diesem Grund heißt dieser breitere Teil der Praterstraße seit 1932 Nestroyplatz.
In finanzielle Schwierigkeiten geraten, mußte das Carltheater 1929 schließen. Das Gebäude selbst trug 1944 irreparable Bombenschäden davon und wurde 1951 gemeinsam mit einem benachbarten Haus abgetragen. Die entstandene Baulücke blieb bis in die späten 1980er Jahre ungenützt, dann entstand hier der Galaxy Tower, der 2002 von Martin Kohlbauer zum Galaxy 21 umgestaltet und aufgestockt wurde. Im Gegensatz zum Carltheater hält das Hochhaus Distanz zur Praterstraße, nur sein flacher Vorbau reicht bis zur einstigen Baulinie heran.

Altes Foto: um 1900
Neues Foto: Oktober 2007
Location: 1090 Währinger Straße 78, Ecke Lustkandlgasse
Die vom Theaterarchitekten Alexander Graf gemeinsam mit Franz Krauß errichtete Volksoper wurde 1898 als “Kaiser-Jubiläums Stadttheater” eröffnet und zehn Jahre später in Volksoper umbenannt, da immer mehr Opern am Spielplan des Theaters standen. Gegen Ende des 2. Weltkriegs wurde die Volksoper zum Großraumkino umfunktioniert, nach Kriegsende diente sie bis 1955 als Ausweichquartier für die Staatsoper. Im Laufe der Zeit hat das Haus zahlreiche Um- und Ausbauten erlebt, die nachhaltigsten erfolgten in den 1960er- und 1970er-Jahren.

Altes Foto: um 1920
Neues Foto: Februar 2008
Location: 1070 Hermanngasse 28
Das Volksbad in der Hermanngasse wurde 1908 als Nachfolger des damals geschlossenen Neubauer Volksbades in der Mondscheingasse eröffnet und ist eines der letzten heute noch bestehenden Wiener „Tröpferlbäder“. Das heutige Hermannbad verfügt nicht nur über Brausekabinen, sondern besitzt auch ein (ziemlich) kleines Schwimmbecken. Sauna-, Solarium- und Massagemöglichkeiten gibt es auch.

Altes Foto: wahrscheinlich Anfang 20. Jhdt.
Neues Foto: März 2009
Location: 1030 Jaurèsgasse Blickrichtung Rechte Bahngasse
Die russisch-orthodoxe Kathedrale St. Nikolaus wurde von 1893-99 auf dem Gebiet der russischen Botschaft errichtet und ist bis heute ein Unikat im Wiener Stadtbild. Die Kirche wurde 1914 aufgrund des 1. Weltkriegs geschlossen und erst zu Beginn der Besatzungszeit 1945 wiedereröffnet. Im 2. Weltkrieg hatte die Kirche schwere Schäden erlitten und mußte bis 1949 restauriert werden. Nach einer vor kurzem erfolgten Generalrestaurierung erstrahlt die Nikolauskirche seit Ende 2008 in neuem Glanz.

Altes Foto: 1979
Neues Foto: Jänner 2007
Location: 1160 Radweg am äußeren Lerchenfelder Gürtel Höhe Thaliastraße, Blickrichtung Süden
Seit 1980 ummantelt diese Station die 1898 fertiggestellten Stadtbahnbögen von Otto Wagner. Die Stadtbahn besaß bis dahin keine Haltestelle an der Thaliastraße. Im Jahr 1989 ersetzte die U-Bahn-Linie U6 die Stadtbahn, gleichzeitig wurde die seit 1907 bestehende und zwischen Philadelphiabrücke und dem Nordende des Gürtel (also äquivalent zur U6) verkehrende Straßenbahnlinie 8 eingestellt. Die Schienenstränge des 8er wurden in den Folgejahren nach und nach entfernt und die frühere Straßenbahnstrecke entlang des Gürtel weitgehend zum Radweg umgewidmet.

Altes Foto: Dezember 1997
Neues Foto: Mai 2008
Location: 1060 Stiegengasse Ecke Gumpendorfer Straße, Blickrichtung Naschmarkt

Altes Foto: 2005
Neues Foto: Mai 2008
Location: 1060 Gumpendorfer Straße 39, Ecke Stiegengasse
Das Kolping Wien Zentral mit der knallbunten Fassade von Karl Korab wurde im Juli 2007 eröffnet. Das zwei Jahre zuvor abgerissene alte Kolpinghaus stammte aus dem Jahr 1871, seine Fassadenornamente waren im Zuge der 1959 erfolgten Aufstockung entfernt worden.

Altes Foto: Juni 1970
Neues Foto: Oktober 2007
Location: 1030 Landstraßer Hauptstraße, Blickrichtung stadteinwärts zur Salmgasse
Die Straßenbahnlinie J verkehrte für lange Zeit zwischen Ottakring und Erdberg , wobei der 3. Bezirk von der Ringstraße kommend via Landstraßer Hauptstraße, Erdbergstraße und Stadionbrücke durchquert wurde. Nach Beginn der Bauarbeiten für die U3 im Jahr 1984 wurde die Linie J nur mehr bis zur Oper kurzgeführt und nach 101-jährigem Bestehen im Oktober 2008 schließlich durch die neu geführte Linie 2 ersetzt.
Der Rochusmarkt (früher: Augustinermarkt) entwickelte sich nach der Auflassung des bis 1784 hier befindlichen St. Nikolai Friedhofs.

Altes Foto: Juni 1963
Neues Foto: Februar 2008
Location: 1010 Friedrichstraße 7, Ende Karlsplatz, Beginn Naschmarkt
Das Verwaltungsgebäude des Österreichischen Verkehrsbüros wurde 1923 von den Otto-Wagner-Schülern Heinrich Schmid und Hermann Aichinger errichtet. Das Büro Schmid-Aichinger war federführend im sozialen Wohnbau der 1. Republik und beispielsweise für zahlreiche Gemeindebauten (Rabenhof, Fuchsenfeldhof…) oder auch für das Hanusch-Krankenhaus verantwortlich - siehe auch hier.
Auch das benachbarte Haus „Zur Bärenmühle“ (1938; rechts im Bild) stammt von Schmid-Aichinger, ebenso das früher am prägnanten Spitz zwischen Rechter Wienzeile und Operngasse beheimatete Bärenhofcafé (später Café Janele), das 1999 durch den Umbau in ein Admiral Sportwetten Café zerstört wurde. Deren Eigentümer, die Novomatic AG, erwarb 2007 auch die ehemalige Zentrale des Verkehrsbüros; das Gebäude wird gegenwärtig adaptiert und soll ab Ende 2009 ein "interdisziplinärer Treffpunkt europäischen Formats inmitten multimedialer Erlebniswelten und gastronomischer Überraschungen" werden.
Hier ums Eck fuhren lange Zeit auch diverse „Zweierlinien“ der Straßenbahn (E2, G2, H2, früher auch J2 und R2), die in ihrem Kernbereich zwischen Karlsplatz und Universitätsstraße ab 1966 unterirdisch geführt wurden und die Trasse für die U2 vorwegnahmen sowie der „Zweierlinie“ ihren umgangssprachlichen Namen gaben. Die Linien E2, G2 und H2 wurden im Juni 1980, zwei Monate vor der U2-Eröffnung, eingestellt; die Linien J2 und R2 gab es schon länger nicht mehr.

Altes Foto: um 1930
Neues Foto: Februar 2008
Location: 1010 Schönlaterngasse, Blickrichtung Heiligenkreuzerhof
Das winkelige Innenstadtgässchen ist nach der am neuen Foto links ersichtlichen Laterne am Haus Nr. 6 („Zur schönen Laterne“) benannt, deren Original sich seit 1971 im Wien Museum befindet. Gegenüber auf Nr. 7 steht das Basilikenhaus, in dem sich der Legende nach die Basiliskensage zugetragen haben soll.
Die 1662 erbaute und vor wenigen Jahren generalrestaurierte Bernhards- oder Bernardikapelle ist Bestandteil des Heiligenkreuzerhofs, zu dem man durch das Tor rechts in der Ecke der Schönlaterngasse gelangt.

Altes Foto: um 1900
Neues Foto: Juli 2006
Location: 1040 Wiedner Hauptstraße Höhe Paulanerkirche, Blickrichtung stadteinwärts
In diesem seit der Gründerzeit substantiell fast unveränderten mondänen Teil der Wiedner Hauptstraße sticht rechts vor allem der für die Hutfabrikanten P. & C. Habig von Heinrich Adam errichtete
Habig-Hof (1897) hervor.

Altes Foto: 1960
Neues Foto: Jänner 2008
Location: 1040 Wiedner Hauptstraße 20, Ecke Schleifmühlgasse
Schon seit langem besteht hier eine Filiale der Erste Bank, ursprünglich befand sich an dieser Ecke aber das Café Paulanerhof.

Altes Foto: 1914
Neues Foto: Juli 2006
Location: 1040 Wiedner Hauptstraße 32
Der deutsche Komponist Christoph Willibald Gluck erwarb dieses Haus im Jahr 1784 als Neubau und starb hier drei Jahre später. Seit 1991 ist hier die Blutspendezentrale des Roten Kreuz Wien untergebracht.

Altes Foto: 1980er Jahre
Neues Foto: Oktober 2007
Location: 1040 Wiedner Hauptstraße, Ecke Mayerhofgasse, Blickrichtung stadtauswärts
Die Straßenbahnlinie 62 verkehrt schon seit 1915 zwischen Lainz und Kärntner Ring/Oper.

Altes Foto: um 1980
Neues Foto: Oktober 2007
Location: 1040 Wiedner Hauptstraße 64, Ecke Klagbaumgasse, Blickrichtung stadteinwärts
Dieses auffällige Eckhaus (1913) wurde von Arthur Baron entworfen, der u.a. auch Architekt des „BAWAG-Hauses“ am Fleischmarkt war. Hier auf Wiedner Hauptstraße 64 wohnte auch der Architekt Josef Frank (Werkbundsiedlung u.a.), an den eine Gedenktafel erinnert.

Altes Foto: wahrscheinlich Ende 1970er Jahre
Neues Foto: Oktober 2007
Location: 1040 Wiedner Hauptstraße Höhe Phorusgasse, Blickrichtung stadteinwärts

Altes Foto: wahrscheinlich Anfang 20. Jhdt.
Neues Foto: Oktober 2007
Location: 1040 Wiedner Hauptstraße 82, Blickrichtung stadtauswärts
Die Kirche St. Thekla und das dazugehörige Piaristenkollegium (seit 1954 Piaristenvolksschule) wurden 1756 nach Plänen von Matthias Gerl fertiggestellt.

Altes Foto: 1903
Neues Foto: Juli 2006
Location: 1050 Wiedner Hauptstraße Ecke Rainergasse, Blickrichtung stadteinwärts
Das Rainergymnasium (rechts) wurde 1894 als Elisabeth-Gymnasium eröffnet und 1929 auf vier Stockwerke erhöht. Die Schule brannte 1945 nach einem Bombentreffer aus und wurde bis 1952 wieder aufgebaut. Das Haus links wurde hingegen neu errichtet, dort befand sich früher das Café Jäger.

Altes Foto: September 1938
Neues Foto: Juli 2006
Location: 1050 Wiedner Hauptstraße Höhe Nikolsdorfer Gasse, Blickrichtung stadtauswärts
Die im Volksmund "Rauchfangkehrerkirche" genannte Florianikirche (der Hl. Florian ist u.a. Schutzpatron der Rauchfangkehrer) stand seit 1725 mitten auf der Wiedner Hauptstraße und galt schon bald als Verkehrshindernis auf dieser wichtigen Ausfallstraße Richtung Süden, das schon Josef II. entfernen lassen wollte. Dennoch behauptete sich die Kirche bis zum Jahr 1965 auf ihrem Standort zwischen Laurenzgasse und Kliebergasse, dann fiel sie paradoxerweise der nunmehrigen unterirdischen Führung der Straßenbahn zum Opfer. Zahlreiche Bürgerproteste konnten nicht verhindern, dass der 5. Bezirk dadurch eines seiner wenigen Wahrzeichen verlor.
Die niedrigen Häuser im Vordergrund wurden alle nach dem 2. Weltkrieg geschliffen.

Altes Foto: um 1900
Neues Foto: Jänner 2006
Location: 1010 Albertinaplatz, Blick zum Café Mozart
Das Mozart-Denkmal wurde 1891 anläßlich des 100. Todestages des Komponisten in Auftrag gegeben und fünf Jahre später vor dem heutigen Café Mozart am Albertinaplatz aufgestellt. 1945 wurde das Denkmal gerade noch rechtzeitig vor dem verheerenden Bombenangriff am 12. März, bei dem Staatsoper und Albertina schwerst beschädigt und der Philipphof zerstört wurden, in Verwahrung gebracht. Nach dem Krieg hatte man erstmal andere Sorgen und wollte das Denkmal schließlich aus Rücksicht auf den zunehmenden Autoverkehr nicht mehr wieder am alten Standort platzieren (die Entwicklung der Herrengasse zur stark befahrenen innerstädtischen Durchzugsstraße sollte erst in den 1980er Jahre unterbunden werden). Ab 1949 wurden der Bevölkerung in einer Sonderschau im Rathaus neun verschiedene Standortvorschläge vorgestellt. Der Burggarten konnte sich knapp gegen Karlsplatz (vor dem Musikverein) und Schönbrunn (Rosenparterre) durchsetzen. Am 17. Juni 1953 fand das Mozart-Denkmal dort seine neue Heimat.
Zum Bildhauer des Denkmals gibt es eine bizarre Geschichte: Viktor Tilgner, der auch für mehrere Ringstraßengebäude unzählige Statuenfiguren geschaffen hat, bekam kurz vor Fertigstellung des Denkmals schwere Bedenken und fand, dass ihm zwar
der Kopf Mozarts, nicht aber dessen Figur gelungen war – dies war nun aber nicht mehr zu ändern. Tilgners Angst, bei diesem Prestigeauftrag möglicherweise versagt zu haben, war offenbar so groß, dass der Bildhauer einen Schlaganfall erlitt und am 16.4. 1896 fünf Tage vor der Enthüllung des Denkmals verstarb.
Doch damit nicht genug: Tilgner hatte das Mozart-Denkmal erst nach politischen Interventionen anfertigen dürfen, den ersten Preis bei der Ausschreibung hatte nämlich sein befreundeter Kollege Karl Peckary gewonnen. Peckary konnte es nie verwinden, dass sein Freund statt ihm den Auftrag erhalten hatte – als auch noch sein einjähriges Kind verstarb, beging er noch im Jahr 1896 Selbstmord.

Altes Foto: um 1950
Neues Foto: August 2006
Location: 1090 Nußdorfer Straße 4
Das Kolosseum Kino wurde 1925 als großes Lichtspieltheater mit 700 Plätzen eröffnet. Während der Besatzungszeit zwischen 1945 und 1955 machte es sich unter dem Namen Yank Kino für amerikanische Soldaten attraktiv, die ohnehin gern die Gegend entlang der benachbarten Währinger Straße frequentierten. Danach leistete das Kolosseum Pionierarbeit in Sachen public viewing, als die TV-Übertragungen der Olympischen Winterspiele 1956 hier auf der großen Leinwand übertragen wurden. Ab den 1980er Jahren wurde das Kino in mehrere Säle aufgeteilt und musste aufgrund nachlassender Publikumsfrequenz im Jahr 2002 schließen. Heute ist ein Hofer Supermarkt hier untergebracht.

Altes Foto: 1965
Neues Foto: Februar 2008
Location: Stadiongasse 11, Blickrichtung Landesgerichtsstraße (Zweierlinie)
Das Gebäude des Forum Kinos war ursprünglich eine Markthalle, die hier schon seit der Verbauung des Glacis, also etwa seit 1880 bestand. Nach dem 2. Weltkrieg wurde die abgewirtschaftete Halle von der Stadt Wien zum Forum Kino umgebaut und 1950 mit großem Tamtam eröffnet – auch Bundespräsident Renner und Kanzler Figl befanden sich unter den Eröffnungsgästen.
Das großzügige Kino bot Platz für über 1100 Personen, verfügte aber – bedingt durch die alte Markthallenstruktur – nur über eine vergleichsweise kleine Leinwand, wodurch das Publikumsinteresse bald unter den Erwartungen blieb und das Kino schon 1974 abgerissen wurde. Seit 1977 steht hier der Glaskomplex des Rechenzentrums Wien, dessen Architekt Harry Glück u.a. auch für die Überbauung des Franz Josefs Bahnhofs und den Wohnpark Alt Erlaa zuständig war.

Altes Foto: um 1900
Neues Foto: Februar 2008

Altes Foto: wahrscheinlich 1930er Jahre
Neues Foto: Februar 2008
Location: 1010 Kärntner Straße Ecke Walfischgasse, von der Oper aus gesehen
Das Café Scheidl wurde entweder 1886 oder 1889 im neu entstandenen Haus „Zum Fenstergucker“ am Beginn der heutigen Fußgängerzone eröffnet. Ludwig Tischler, Architekt des Hauses wie des Cafés, war ein archetypischer und vielbeschäftigter Vertreter des Gründerzeit-Historismus, viele seiner unzähligen Bauten prägen heute noch das Stadtbild.
Das Kaffeehaus wurde von 1920-32 zwischenzeitlich zu einer Bankfiliale, danach aber unter seiner umgangsspachlichen Bezeichnung „Café Fenstergucker“ wiedereröffnet. Der Fenstergucker über dem Ecksims ist das Wahrzeichen des Gebäudes, hat aber nichts mit dem vom Stephansdom bekannten Fenstergucker zu tun. Vielmehr handelt es sich um eine Kopie einer ehemals am Kärntnertor angebrachten Figur, die den Baumeister des bis etwa 1860 hier an dieser Stelle befindlichen Tores, Bonifaz Wolmuet, darstellen soll.
1945 erlitt der Bau schwere Kriegsschäden, das Kaffeehaus wurde devastiert. Nach dem Wiederaufbau siedelte sich hier erst ein Herrenmodengeschäft an, später die Niederlassung der Air France, auf die 1982 ein Sprengstoffanschlag verübt wurde. Im Dezember 2001 eröffnete schließlich Starbucks seine erste Österreich-Filiale an diesem traditionsreichen Ort. Die Kaffeehauskette rühmt sich damit, die originale Fassadengestaltung des Cafés wiederhergestellt zu haben.

Altes Foto: vor 1920
Neues Foto: Oktober 2007
Location: 1080 Laudongasse 15-19, Blick von Höhe Lange Gasse stadtauswärts
Das 1713 fertiggestellte Palais Schönborn wurde von Johann Lucas von Hildebrandt für den als Reichsvizekanzler nach Wien berufenen Friedrich Carl von Schönborn errichtet und befindet sich seit 1862 im Besitz der Stadt Wien, die daraufhin das schon zum Abbruch bestimmte Gebäude restaurierte, die neu gegründete Hochschule für Bodenkultur hier einquartierte und die verbliebene Gartenanlage des Palais als Schönbornpark für die Bevölkerung freigab. Ab 1897 war das k.u.k. Oberlandesgericht im Palais Schönborn untergebracht und seit 1917 befindet sich hier das Österreichische Museum für Volkskunde.
Ein Apropos zum alten Foto: Die Straßenbahnlinie 5 fuhr damals noch durch die Skodagasse über die Alser Straße zur Spitalgasse und erst ab 1922 durch die Laudongasse hier ums Eck. Denn die Lange Gasse wurde erst um 1911 bis zur Alser Straße verlängert (deshalb der rechtsseitig weiter geradeaus verlaufende Gehsteig auf der alten Aufnahme).

Altes Foto: wahrscheinlich zweite Hälfte 1920er Jahre
Neues Foto: November 2008
Location: 1120 Längenfeldgasse 31-33, von der Karl-Löwe-Gasse aus gesehen
Der 1925 entstandene Reismann-Hof am Fuchsenfeld wird gerne mit dem eigentlichen Fuchsenfeldhof verwechselt, der von den gleichen Architekten - Heinrich Schmid und Hermann Aichinger - in den Jahren zuvor auf der gegenüberliegenden Seite der Längenfeldgasse errichtet worden war. Die Wohnanlage erhielt auch erst 1949 ihren eigenen Namen, als sie dem im KZ Auschwitz ermordeten Sozialdemokraten Edmund Reismann gewidmet wurde. Während der bürgerkriegsähnlichen Ereignisse des Februar 1934 wurden beide Höfe von Schutzbündlern besetzt und zwei Tage lang letztlich erfolglos gegen die Regierungstruppen verteidigt.
Das Architekturbüro Schmid & Reisinger schuf noch zahlreiche andere Wohnhausanlagen des Roten Wien, so etwa den Rabenhof, die einstigen Otto-Wagner-Schüler lieferten aber auch den Grundentwurf für das Funkhaus in der Argentinierstraße, den sie aus politischen Gründen zusammen mit Clemens Holzmeister realisieren mussten.

Altes Foto: August 1997
Neues Foto: September 2008
Location: 1060 Webgasse 3, Blickrichtung Gumpendorfer Straße
Wo sich bis vor einigen Jahren das semilegendäre 3er-Beisl befand, wird nun im Taj indisch gekocht.

Altes Foto: 1908
Neues Foto: Oktober 2007
Location: 1030 Beatrixgasse 27, Blickrichtung Salesianergasse
Obwohl der 3. Bezirk immer noch reich an Palaisanlagen ist, sind doch zahlreiche dieser Bauten auf der Landstraße demoliert worden. Das Palais Reitter ließ der Hof- und Dom-Kapellmeister Georg Carl von Reitter 1749 auf einem ehemaligen Weingarten erbauen. Nach seinem Tod wechselte das Palais mehrmals den Besitzer und damit auch den Namen (Kolowrat, Chorinsky).
Das benachbarte Palais Modena gehörte Erzherzogin Beatrix von Este (Beatrixgasse, Esteplatz...). Ihr Sohn Erzherzog Maximilian von Este erwarb 1822 auch das frühere Palais Reitter und ließ die beiden Gebäude baulich verknüpfen. Die dazugehörigen Gärten reichten bis zur heutigen Neulinggasse, teilweise sogar darüber hinaus. Ein wenig davon ist in Form des Modenaparks erhalten geblieben.
Nach der Ermordung des zum Hause Österreich-Este gehörenden Thronfolgers Franz Ferdinand (dem Erben des Palais, der den Besitz selbst nicht nutzte, aber die Kunstsammlung Modena-Este dort unterbringen ließ) und dem damit ausgelösten Ausbruch des 1. Weltkriegs war auch das Schicksal des Doppelpalais besiegelt und die gesamte Anlage wurde im Jahr 1917 beseitigt. Die wertvolle Kunstsammlung ging danach in den Besitz der neuen Republik über und wurde auf verschiedene Museen aufgeteilt.
Heute befindet sich hier die Zentrale der sBausparkasse.

Altes Foto: vor 1939
Neues Foto: Februar 2008

Altes Foto: 1949
Neues Foto: Februar 2008
Location: 1050 Siebenbrunnenplatz
Der Siebenbrunnen am gleichnamigen Platz in Margareten zeigt die Vindobona, darunter ein Reliefbild Karl Luegers, dem zu Ehren der Brunnen 1904 errichtet wurde, und schließlich die Wappen der sieben ehemaligen Vorstädte Margaretens - von links: Matzleinsdorf, Laurenzergrund, Hungelbrunn, Margareten, Hundsturm, Reinprechtsdorf und Nikolsdorf. Aus diesen Vorstädten entstand 1862 der heutige 5. Bezirk (von 1850 bis 1862 bildeten Wieden und Margareten einen gemeinsamen Bezirk).
Die Vindobona dient als Reminiszenz an die zur Römerzeit entstandene erste Wasserleitung Wiens, unter Bürgermeister Lueger wurde die Zweite Wiener Hochquellwasserleitung errichtet und die sieben Wasserspeier des Brunnens erinnern an die ehemalige Siebenbrunner Hofwasserleitung, die ab 1553 von sieben Quellen am Siebenbrunnenfeld gespeistes Wasser zur Hofburg leitete.
Auch deshalb wurde die Gegend südlich des Siebenbrunnenplatzes erst sehr spät, nämlich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts verbaut. Zuvor befanden sich hier nur einzelne Häuserzeilen, vor allem entlang der heutigen Siebenbrunnengasse. Denn im Quellgebiet im südwestlichen Bereich des Bezirks rund um das heutige Matzleinsdorfer Hochhaus, herrschte bis 1870 weitgehend Bauverbot.
Gestaltet wurde der Brunnen vom Bildhauer Richard Kauffungen. 1999 wurde der Siebenbrunnenplatz zur Gänze neu gestaltet und verkehrsfrei gemacht.