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Sonntag, 8. März 2009

Palais Schönborn




























Altes Foto:
vor 1920
Neues Foto: Oktober 2007
Location: 1080 Laudongasse 15-19, Blick von Höhe Lange Gasse stadtauswärts

Das 1713 fertiggestellte Palais Schönborn wurde von Johann Lucas von Hildebrandt für den als Reichsvizekanzler nach Wien berufenen Friedrich Carl von Schönborn errichtet und befindet sich seit 1862 im Besitz der Stadt Wien, die daraufhin das schon zum Abbruch bestimmte Gebäude restaurierte, die neu gegründete Hochschule für Bodenkultur hier einquartierte und die verbliebene Gartenanlage des Palais als Schönbornpark für die Bevölkerung freigab. Ab 1897 war das k.u.k. Oberlandesgericht im Palais Schönborn untergebracht und seit 1917 befindet sich hier das Österreichische Museum für Volkskunde.


Ein Apropos zum alten Foto: Die Straßenbahnlinie 5 fuhr damals noch durch die Skodagasse über die Alser Straße zur Spitalgasse und erst ab 1922 durch die Laudongasse hier ums Eck. Denn die Lange Gasse wurde erst um 1911 bis zur Alser Straße verlängert (deshalb der rechtsseitig weiter geradeaus verlaufende Gehsteig auf der alten Aufnahme).

Samstag, 7. März 2009

Palais Reitter




























Altes Foto:
1908
Neues Foto: Oktober 2007
Location: 1030 Beatrixgasse 27, Blickrichtung Salesianergasse

Obwohl der 3. Bezirk immer noch reich an Palaisanlagen ist, sind doch zahlreiche dieser Bauten auf der Landstraße demoliert worden. Das Palais Reitter ließ der Hof- und Dom-Kapellmeister Georg Carl von Reitter 1749 auf einem ehemaligen Weingarten erbauen. Nach seinem Tod wechselte das Palais mehrmals den Besitzer und damit auch den Namen (Kolowrat, Chorinsky).

Das benachbarte Palais Modena gehörte Erzherzogin Beatrix von Este (Beatrixgasse, Esteplatz...). Ihr Sohn Erzherzog Maximilian von Este erwarb 1822 auch das frühere Palais Reitter und ließ die beiden Gebäude baulich verknüpfen. Die dazugehörigen Gärten reichten bis zur heutigen Neulinggasse, teilweise sogar darüber hinaus. Ein wenig davon ist in Form des Modenaparks erhalten geblieben.

Nach der Ermordung des zum Hause Österreich-Este gehörenden Thronfolgers Franz Ferdinand (dem Erben des Palais, der den Besitz selbst nicht nutzte, aber die Kunstsammlung Modena-Este dort unterbringen ließ) und dem damit ausgelösten Ausbruch des 1. Weltkriegs war auch das Schicksal des Doppelpalais besiegelt und die gesamte Anlage wurde im Jahr 1917 beseitigt. Die wertvolle Kunstsammlung ging danach in den Besitz der neuen Republik über und wurde auf verschiedene Museen aufgeteilt.

Heute befindet sich hier die Zentrale der sBausparkasse.

Freitag, 6. März 2009

Palais Epstein



























Altes Foto:
1946
Neues Foto: Februar 2008
Location: 1010 Dr. Karl Renner-Ring 1


Das Palais Epstein an der Bellaria hat wahrlich schon einiges erlebt und die verschiedensten Bewohner kommen und gehen gesehen. Es wurde von Theophil Hansen für den jüdischen Bankier Gustav Ritter von Epstein erbaut, der jedoch schon zwei Jahre später beim Börsenkrach von 1873 sein Vermögen verlor und das prunkvolle Palais veräußern musste. Bis zur Kommunalisierung der Wiener Gasversorgung im Jahr 1897 hatte daraufhin die Englische Gas-Gesellschaft hier ihren Sitz, dann wurde das Haus vom Verwaltungsgerichtshof erworben. 1922 folgte der Wiener Stadtschulrat, ehe die Nazis ab 1938 das Gebäude als Bauamt nutzten. Während der Besatzungszeit residierte die sowjetische Zentralkommandatur im Palais Epstein. Aus dieser Zeit stammt die alte Aufnahme mit den Bildern von Lenin und Stalin an der Fassade zur Ringstraße.

Danach diente das Palais kurz als Dependance der Akademie für Musik und Darstellende Kunst, ehe 1958 erneut der Stadtschulrat einzog und bis 2000 hier beheimatet war. Die anschließenden Diskussionen über eine Umwidmung in ein „Haus der Geschichte“ führten zu keinem Ergebnis, und so wurde das Palais Epstein am Nationalfeiertag 2005 an das benachbarte Parlament (im übrigen ebenfalls ein Bau von Theophil Hansen) übergeben. Heute sind parlamentarische Klubs, Veranstaltungs- und Ausstellungsräume sowie die Demokratiewerkstatt für Kinder und Jugendliche hier untergebracht.

Trotz allem: Das Palais Epstein gilt als das letzte weitgehend unverändert erhaltene Ringstraßenpalais.