Freitag, 6. März 2009

Laurenzergrund



























Altes Foto: um 1900
Neues Foto: Juli 2006
Location: 1050 Laurenzgasse, Blickrichtung Margaretengürtel

Der Laurenzergrund entstand Mitte des 16. Jahrhunderts als Klostersiedlung entlang der heutigen Laurenzgasse und war als Abspaltung von Matzleinsdorf der flächenmäßig kleinste der sieben Vororte, aus denen 1861 der 5. Bezirk hervorging (zwischen 1850 und 1861 bildeten Margareten und Wieden einen gemeinsamen 4. Bezirk).

Der dörfliche Charakter des Laurenzergrundes blieb bis Anfang des 20. Jahrhunderts erhalten, erst ab etwa 1910 mußten die niedrigen alten Häuser weichen. Als einziges Gebäude auf der alten Aufnahme ist das dreistöckige Haus rechts im Mittelgrund übrig geblieben. Der frühgründerzeitliche Bau (am neuen Foto an der gelben Fassade erkennbar) bildete damals eine Ausnahme am Laurenzergrund. Heute besteht die Laurenzgasse zu einem guten Teil aus wenig ansehnlichen Nachkriegsbauten, da hier offenbar gröbere Kriegsschäden zu verzeichnen waren.

Justizpalast




























Altes Foto: Juli 1927
Neues Foto: Oktober 2006
Location: 1010 Schmerlingplatz 10



























Altes Foto:
Juli 1927
Neues Foto: Oktober 2006
Location: 1010 Ecke Museumstraße/Volksgartenstraße (vom Volkstheater aus gesehen)

Der 1881 von Alexander Wielemans
erbaute Justizpalast wurde am 15. Juli 1927 von aufgebrachten Demonstranten als Reaktion auf das tendenziöse „Schattendorfer Urteil“ in Brand gesteckt. Knapp hundert Menschen starben im Zuge der damit einhergehenden Straßenschlacht, bei der von Polizeiseite wahllos in die Menge geschossen wurde. Die „Julirevolte“ gilt als Schlüsselereignis auf dem Weg zum Bürgerkrieg von 1934.

Im Jänner 2007 wurde die 15 Jahre währende Generalsanierung des Justizpalastes abgeschlossen – sie nahm so viel Zeit in Anspruch, da nach dem Brand von 1927 viele Schäden bei der Wiederinstandsetzung nur übertüncht worden waren.
Geheimtipp für avancierte Bobos: Das öffentlich zugänglich Justizcafé am Dach des Hauses.